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Wer in Deutschland eine Berufsausbildung beginnen möchte, sollte frühzeitig mit der Planung starten. In der Regel beginnt das Ausbildungsjahr im August oder September, viele Unternehmen schreiben ihre Ausbildungsplätze und Lehrstellen jedoch schon ein Jahr im Voraus aus.

Die richtige Ausbildung finden

In Deutschland gibt es über 300 anerkannte Ausbildungsberufe, doch wie findet man den passenden Ausbildungsplatz?

  1. Eigene Interessen und Stärken kennen: Der erste Schritt ist eine ehrliche Selbsteinschätzung. Folgende Fragen können helfen:

    • Welche Tätigkeiten machen mir Spaß?
    • Arbeite ich gerne praktisch oder theoretisch?
    • Möchte ich mit Menschen arbeiten, mit Technik oder am Computer?
    • Arbeite ich lieber im Team oder eigenständig?

    Online-Tests können bei der Orientierung helfen, z. B. der Berufswahltest der Bundesagentur für Arbeit.

  2. Berufsfelder erkunden: Wer sich für ein Berufsfeld interessiert, kann auf Info-Portalen gezielt nach Ausbildungsberufen suchen. Auf BERUFENET gibt es ausführliche Berufsbeschreibungen mit Voraussetzungen und Aufgaben. 
  3. Praktische Erfahrung sammeln: Ein (Schul-)Praktikum, ein sogenanntes „Freiwilliges Soziales Jahr“ oder ein Ferienjob können helfen herauszufinden, ob ein Beruf wirklich passt. Viele Ausbildungsbetriebe bieten Praktika zur Berufsorientierung an, auch für international Interessierte. 
  4. Beratung nutzen: Bei der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit erhalten Interessierte persönliche Unterstützung bei der Wahl der richtigen Ausbildung.
Tipp

Es ist sinnvoll, sich mehrere Berufe anzuschauen und verschiedene Optionen offen zu halten, gerade wenn man sich noch nicht sicher ist. Manche Berufe ähneln sich in den Anforderungen oder Aufgaben und bieten trotzdem unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten. 

Voraussetzungen prüfen

Für eine Berufsausbildung in Deutschland gelten bestimmte Voraussetzungen, die je nach Beruf und Ausbildungsart unterschiedlich sein können:

  • Schulabschluss: In der Regel wird ein Haupt- oder Realschulabschluss vorausgesetzt. Bei der betrieblichen Ausbildung entscheidet das Unternehmen über die Anforderungen.
  • Praktika, Mindestalter: Einige schulische Ausbildungen (z. B. in der Pflege) erfordern bereits absolvierte Praktika oder ein bestimmtes Mindestalter.
  • Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse: Wer einen Schulabschluss im Ausland erworben hat, sollte diesen durch die zuständige Zeugnisanerkennungsstelle des Bundeslandes anerkennen lassen. Die zuständige Behörde kann über anabin gefunden werden. Allgemeine Informationen zur Anerkennung von Abschlüssen finden Sie hier.
  • Visum: Wenn Sie bereits einen Ausbildungsplatz haben, wird das Visum zum Absolvieren einer Berufsausbildung benötigt. Sollten Sie noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen das Visum zur Ausbildungsplatzsuche beantragen. Staatsangehörige der EU sowie von Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz benötigen kein Visum. 
  • Sprachkenntnisse: Für ein Visum wird in der Regel das Sprachniveau B1 vorausgesetzt. Für die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung ist B2 empfehlenswert.
Tipp

Je besser die Sprachkenntnisse, desto einfacher gelingt der Einstieg in die Ausbildung und das Berufsleben.

Ausbildungsplatz suchen

Wenn die passende Ausbildung gefunden wurde, beginnt die Ausbildungssuche. Freie Lehrstellen finden Sie auf folgenden Portalen:

Bewerbung vorbereiten

Die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ist der nächste Schritt. Sie sollte sorgfältig und individuell vorbereitet werden. Eine vollständige Bewerbung umfasst:

  • Anschreiben: Warum interessieren Sie sich für den Beruf? Warum passen Sie gut zum Unternehmen?
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Zeugnisse (Schulabschluss, Praktika, Sprachkurse)
Wichtiger Hinweis

Es ist sinnvoll, sich bei mehreren Betrieben oder Schulen gleichzeitig zu bewerben, um die Chancen auf eine Zusage zu erhöhen.

Vorlagen für Lebenslauf und Anschreiben sowie Bewerbungstipps finden Sie hier.

Auswahlverfahren und Vertrag:

Wenn die Bewerbung erfolgreich ist, folgt in der Regel ein:

  • Vorstellungsgespräch
  • teilweise ein Eignungstest oder ein kurzes Praktikum.

Im Anschluss erhalten Bewerberinnen oder Bewerber einen Ausbildungsvertrag. Dieser ist besonders wichtig, falls Sie ein Visum benötigen sollten. 

Tipp

Beginnen Sie rechtzeitig mit der Ausbildungssuche, idealerweise sechs bis zwölf Monate vor Ausbildungsstart. So bleibt genügend Zeit für die Berufsauswahl, die Bewerbung und, falls nötig, das Visumverfahren.