Ausbildungssystem in Deutschland
Das deutsche Ausbildungssystem ist weltweit anerkannt und bietet einen praxisnahen Weg in das Berufsleben. Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, kann zwischen einer betrieblichen Ausbildung und einer schulischen Ausbildung wählen.
Das Ausbildungssystem in Deutschland kombiniert praxisnahe Arbeit im Betrieb mit theoretischem Unterricht und bietet damit die optimale Voraussetzung für den Berufseinstieg. Dank klarer Strukturen und staatlicher Anerkennung ist es auch für internationale Bewerberinnen und Bewerber attraktiv und zukunftssicher.
Für wen ist eine Berufsausbildung geeignet?
Eine Berufsausbildung richtet sich an Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die praxisnah lernen und möglichst früh ins Berufsleben starten möchten. Sie ist auch für internationale Bewerberinnen und Bewerber eine attraktive Option – mit der Chance auf einen anerkannten Abschluss, praxisnahe Berufserfahrung und langfristige Perspektiven in Deutschland.
Wichtiger Hinweis
Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland benötigen:
- ausreichende Deutschkenntnisse (meist mindestens Niveau B1),
- ein Visum zur Ausbildungsplatzsuche oder ein Visum zum Absolvieren einer Berufsausbildung, sofern visumpflichtig.
Die betriebliche Ausbildung – Lernen im Betrieb und in der Schule
Die betriebliche Ausbildung ist das Kernstück des deutschen Ausbildungssystems. Auszubildende arbeiten in einem Ausbildungsbetrieb und besuchen an ein bis zwei Tagen pro Woche eine Berufsschule. Diese duale Ausbildung ermöglicht es den Auszubildenden, praxisnah zu lernen und gleichzeitig theoretische Grundlagen zu erlangen.
Organisation und Ablauf der betrieblichen Ausbildung
- Einführung und Einarbeitung im Betrieb: Zu Beginn der Ausbildung erhalten die Auszubildenden eine umfassende Einführung in den Betrieb, die Aufgaben und die Abläufe des Unternehmens. Für alle Fragen der Auszubildenden sind die Ausbilderin oder der Ausbilder zuständig.
- Theorieunterricht in der Berufsschule: Parallel zur Arbeit im Betrieb besuchen die Auszubildenden die Berufsschule. Der Unterricht umfasst Fachtheorie, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Mathematik. Die Berufsschule unterstützt die Auszubildenden dabei, das theoretische Wissen zu erlangen, das sie in ihrem Arbeitsalltag benötigen.
- Praktische Umsetzung im Betrieb: Während der Phasen im Betrieb setzen die Auszubildenden das Gelernte direkt in der Praxis um. Sie übernehmen Aufgaben im Betrieb und lernen von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen.
- Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung. Sie besteht aus einem praktischen Teil im Betrieb und einer schriftlichen Prüfung in der Berufsschule. Bei erfolgreichem Bestehen erhalten die Auszubildenden einen anerkannten Berufsabschluss.
Dauer und Abschluss
- In der Regel 3 Jahre
- Abschluss mit staatlicher Prüfung und anerkanntem Berufsabschluss
Vergütung
- Monatliches Ausbildungsgehalt zwischen 200 € und 750 €, je nach Branche und Jahr
- Möglichkeit auf finanzielle Hilfe über die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)
Typische betriebliche Ausbildungsberufe
- Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement
- Mechatronikerin/Mechatroniker
- Industriekauffrau/Industriekaufmann
Die schulische Ausbildung – Theorie mit Praxisphasen
In einer schulischen Ausbildung lernen Auszubildende an einer Berufsschule, Fachakademie oder einem Berufskolleg. Praxiserfahrung wird durch längere Praktika in Betrieben gesammelt. Die schulische Ausbildung kombiniert intensiven Theorieunterricht mit praktischen Phasen, die den Auszubildenden helfen, das Gelernte in der Praxis anzuwenden.
Organisation und Ablauf der schulischen Ausbildung
- Unterricht an der Berufsschule: Zu Beginn der schulischen Ausbildung steht der Unterricht an einer Berufsschule im Vordergrund. Hier werden sowohl berufsbezogenes Fachwissen als auch allgemeinbildende Fächer vermittelt.
- Praktika: Längere Praktika im Betrieb ergänzen die schulische Ausbildung und bieten den Auszubildenden die Möglichkeit, die Theorie in der Praxis anzuwenden und wertvolle Berufserfahrung zu sammeln.
- Abschlussprüfung: Am Ende der Ausbildung erfolgt eine Prüfung, die je nach Beruf und Bildungseinrichtung unterschiedlich aufgebaut sein kann. Sie umfasst sowohl theoretische als auch praktische Prüfungsbestandteile und führt zu einem staatlich anerkannten Zeugnis.
Dauer und Abschluss
- Zwei bis vier Jahre, je nach Beruf und Schule
- Abschluss mit staatlich anerkanntem Zeugnis
Kosten und Finanzierung
- In der Regel keine Vergütung
- Öffentliche Schulen meist kostenlos, private Schulen können Gebühren verlangen
- Möglichkeit auf finanzielle Hilfe durch Ausbildungs-BAföG
Typische schulische Ausbildungsberufe:
- Erzieherin/Erzieher
- Altenpflegerin/Altenpfleger
- Grafikdesignerin/Grafikdesigner
Aufgaben der Kammern, der Berufsschule und der Ausbildungsordnung
- Die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern sind für die Organisation und Überwachung der betrieblichen Ausbildung verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass die Ausbildungsinhalte den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, bieten Beratungsdienste an und führen die Prüfungen zum Abschluss der Ausbildung durch.
- Die Berufsschule vermittelt die theoretischen Grundlagen und sorgt für die fachliche Ausbildung der Auszubildenden. Sie stellt sicher, dass die Theorie mit der Praxis im Betrieb übereinstimmt und dass die Auszubildenden alle relevanten Themen für ihren Berufsabschluss lernen.
- Jede Ausbildung ist in einer Ausbildungsordnung geregelt, die die genauen Anforderungen, Ausbildungsinhalte, Dauer und Prüfungen festlegt. Sie stellt sicher, dass die Ausbildung in Deutschland einheitlich und von hoher Qualität ist.
Weiterführende Links
Hilfreiche Kontakte
- KAUSA Servicestelle Rheinland-Pfalz, Standort Rheinhessen